Puppenspiel

In den Genuss eines frei erzählten Märchens kommen die Kinder des Waldorfkindergartens fast jeden Tag. Zu besonderen Anlässen gibt es jedoch ein „Puppenspiel“, z.B. zum Abschieds- oder Sommerfest oder zum Jahresanfang für die neuen kleinen Kinder.

Zu einem Puppenspiel bedarf es einiger Vorbereitungen. Die benötigten Figuren werden aus ungesponnener, gefärbter Schafswolle in liebevoller Handarbeit von den Erzieherinnen gefertigt. Daher wohl auch der Name „Märchenwolle“. Als Bühne wird ein Tisch mit Tüchern und einfachen Naturmaterialien gestaltet.

Je nachdem wie aufwendig ein Spiel ist, gibt es einen Erzähler oder eine Erzählerin und einen Spieler (jemand der die Geschehnisse der Geschichte sichtbar macht und die Figuren führt). So kommt zu dem Lauscherlebnis des Kindes noch ein sichtbarer Eindruck hinzu. Dies erleichtert gerade kleinen Kindern das „dabei bleiben“, weil die Vorstellungs- und Phantasiekräfte erst noch geweckt werden müssen.

Beim Puppenspiel wirken die Stimmungen über Form und Farbe auf das Kind gestalterisch ein. Für die „großen“ Kinder ist es etwas besonderes, wenn sie nach ca. zwei Wochen zuschauen dann auch mitwirken dürfen. So können z.B. sechsjährige durchaus die Figuren mitführen oder akustisch mit der Kinderharfe oder dem Glockenspiel das Spiel unterstützen.

So wird das Kind auf verschiedene Ebenen (hören, sehen, mitmachen, erleben) in seinem Wesen ganzheitlich angesprochen. Das so erlebte regt die Phantasiekräfte des Kindes im Freispiel an, selbst ein kleines Puppenspiel aufzubauen und aufzuführen.